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Glossar der Energiewirtschaft
AnreizregulierungDie Anreizregulierung ist ein behördliches Regulierungsinstrument um Kostensenkungen bei den Entgelten für Strom- und Gasnetze durchzusetzen. Die Anreizregulierung regelt ab Januar 2009 die Netzentgelte für Strom und Gas und soll zu mehr Wettbewerb und zu sinkenden Energiepreisen für Verbraucher führen.
Ausspeiseanlage/Übergabeanlage
Begriff für die Gas-Druckregel- und Messanlage am Ausspeisepunkt.
Ausspeisenetzbetreiber
Ausspeisenetzbetreiber sichern den zuverlässigen und sicheren Betrieb der jeweiligen Netze.
Ausspeisepunkt/Ausspeisestelle/Übergabestelle
Ort, an dem das transportierte Erdgas das Netz des Netzbetreibers EWB verlässt.
Bandlieferung
Lieferung einer konstanten Menge Energie über einen festgelegten Zeitraum.
Barrel
(abgekürzt bbl) bedeutet Fass und ist eine traditionelle Maßeinheit in der internationalen Ölindustrie. Ein Barrel entspricht 42 US-Gallonen bzw. 159 Liter. Die Preisnotierung der Rohöle erfolgt in US-Dollar je Barrel.
BDEW
Im BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. haben sich die Verbände BGW, VDEW, VRE und VDN zusammengeschlossen. Der neue Spitzenverband repräsentiert rund 1.800 Unternehmen der Erdgas-, Strom- und Fernwärmeversorgung sowie der Wasserwirtschaft.
BDEW-Richtlinien
Der BDEW berät und unterstützt die Mitgliedsunternehmen in allen branchenrelevanten politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen, wirtschaftlich-technischen und kommunikativen Fragen. In diesem Zusammenhang erarbeitet der Verband auch entsprechende Richtlinien für seine Mitglieder.
Benchmarking
Orientierung/Ausrichtung der Unternehmenspolitik an einem (am besten) Maßstab (z. B. Preis).
Betriebsdruck, maximaler
Der höchste Innendruck, der aufgrund des Werkstoffes und der Berechnungsgrundlagen bei der zulässigen Betriebstemperatur bei störungsfreiem Betrieb zulässig ist.
Binnenmarktrichtlinie Gas
Die Binnenmarktrichtlinie Gas sieht neben der in Deutschland bereits vorweggenommenen vollständigen Marktöffnung bis 2007 die Regulierung des Netzzugangs und der Netzentgelte und damit auch die Einrichtung nationaler Regulierungsbehörden sowie die Entflechtung von Energieerzeugung und Vertrieb einerseits und dem Netzbetrieb andererseits vor. Mit dem EnWG wurde die Erdgas-Binnenmarktrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt.
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Blockheizkraftwerke sind Anlagen, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen. Man spricht deshalb vom System der Kraft-Wärme-Kopplung. Erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke wandeln die Primärenergie Erdgas mit einem sehr hohen Nutzungsgrad in Strom und Wärme um. Die Abwärme, die bei der Stromgewinnung anfällt, wird zur Beheizung von Wohnsiedlungen, Industriebetrieben und öffentlichen Einrichtungen genutzt. Erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke mit Katalysatoren belasten im Vergleich zur Stromerzeugung in Kohlekraftwerken und der Wärmeerzeugung in Kesseln die Umwelt weniger mit NOx, CO2, SO2, Staub und Ruß.
Brennwert / Brennwertgeräte
Als Brennwert von Brennstoffen bezeichnet man die Wärme, die bei einer vollständigen Verbrennung frei wird. Dabei wird die im Wasserdampf der Abgase enthaltene Wärmemenge berücksichtigt. Brennwertgeräte sind Heizgeräte mit Niedertemperaturtechnik (NT), die jedoch zusätzlich die im Wasserdampf des Abgases enthaltene Kondensationswärme nutzen. Bezogen auf den Heizwert ergibt sich für Brennwertgeräte ein Nutzungsgrad von über 100 %. Bezogen auf moderne NT-Wärmeerzeuger führt dies nochmals zu einer durchschnittlichen Brennstoffeinsparung von 10-15 %.
Broker
Broker vermitteln Energielieferungen im Kundenauftrag, ohne selber Vertragspartner zu sein.
Commodity
Die Übersetzung von Commodities ist eine Sonderform von Ware und bedeutet: Bedarfsartikel, Gebrauchsgut oder Handelsartikel. Commodities sind Produkte, die als Massenware verkauft werden und sich von anderen Produkten hauptsächlich dadurch unterscheiden, dass sie auf Märkten gehandelt werden und daher auch einen Preis haben. Dabei sind sowohl Produktqualität als auch Produkteigenschaften nahezu identisch. Als weiteres Charakteristikum besitzt ein Commodity keinerlei Differenzierungspotenzial. Gas ist ein Commodity, ein homogenes Produkt, das erst durch Veredelung zum Markenprodukt wird.
Contracting
Beim Contracting-Modell ist neben dem Nutzer ein Investor, der so genannte Contractor, an dem Projekt beteiligt. Der Contractor übernimmt Planung, Bau und Betrieb von Anlagen. Der Nutzer zahlt dem Contractor für seine ersparten Investitionen ein Nutzungsentgelt.
Daseinsvorsorge
Unter Daseinsvorsorge versteht man die Aufgabe der Kommunen, für die öffentliche Infrastruktur zu sorgen, die Versorgung mit Energie und Wasser sowie die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Dezentrale Energieversorgung
Die verbrauchernahe Erzeugung von Strom und Wärme bezeichnet man als Dezentrale Energieversorgung. Dabei kommen viele kleine Anlagen zum Einsatz. Neben Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Blockheizkraftwerken sowie kleinen GuD-Anlagen sind dies vermehrt auch Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung, also Windräder, Photovoltaik- oder Biomasseanlagen. Die dezentrale Energieversorgung hat gegenüber konventionellen Kraftwerken einen höheren Wirkungsgrad. Zur optimaleren Nutzung können die dezentralen Erzeugungsanlagen mittels Energiemanagementsystemen mit anderen bestehenden Versorgungseinheiten zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzt werden. Dieses kann helfen, der zeitlichen Entkopplung von Energieerzeugung und -verbrauch entgegen zu wirken.
Downstream / Upstream
In der Öl- und Gasindustrie werden Aktivitäten näher am Verbraucher als downstream bezeichnet (z. B. das Raffinieren von Rohöl zu Petroprodukten, Verteilung, Marketing usw.), während Exploration und Produktion upstream stattfinden.
DVGW
Der DVGW ist der technisch-wissenschaftliche Verein im Gas- und Wasserfach, der seit nahezu 150 Jahren die technischen Standards für eine sichere und zuverlässige Gas- und Wasserversorgung setzt, aktiv den Gedanken- und Informationsaustausch in den Bereichen Gas und Wasser anstößt und begleitet sowie durch praxisrelevante Hilfestellungen die Weiterentwicklung im Fach motiviert und fördert.
DVGW-Regelwerk
Gesamtheit der Technischen Regeln und der technischen Mitteilungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW). Neben den DVGW-Arbeitsblättern, den DVGW-Merkblättern und den DVGW-Hinweisen gehören dazu Technische Regeln anderer Organisationen, insbesondere DIN-Normen.
EEX
Die European Energy Exchange (EEX) ist heute die einzige deutsche Energiebörse. Sitz ist Leipzig. Die EEX ist 2002 durch den Zusammenschluss der beiden Vorgängerbörsen Leipzig Power Exchange (LPX) mit Sitz in Leipzig und der European Energy Exchange (EEX) mit Sitz in Frankfurt entstanden.
Eigenbetrieb
Ein Eigenbetrieb ist ein organisatorisch und finanziell gesondertes Unternehmen einer Gemeinde ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Das Wirtschaftsunternehmen, z. B. ein Versorgungsunternehmen oder ein Verkehrsbetrieb, verfügt über einen eigenen Haushalt und verwaltet sich selbst. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in der Gemeindeverordnung und der Eigenbetriebssatzung geregelt.
Einspeiseanlage/Übernahmeanlage
Begriff für die Gasdruckregel- und Messanlage am Einspeisepunkt.
Einspeisepunkt/Einspeisestelle/Übernahmestelle
Ort, an dem das zu transportierende Erdgas in das Netz des Netzbetreibers eintritt.
Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Mit der zweiten Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) setzt die Bundesregierung das EU-Gemeinschaftsrecht für die leitungsgebundene Energieversorgung in nationales Recht um. Zweck des EnWG ist die "möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas" (§ 1 Abs. 1 EnWG). Ferner dient die Regulierung der Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze den Zielen der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs [...] und der Sicherung eines langfristig angelegten leistungsfähigen und zuverlässigen Betriebs von Energieversorgungsnetzen. (§ 1 Abs. 2 EnWG).
Entry-Exit-Modell
Das gültige Netzzugangsmodell wird unter der Bezeichnung „Entry-Exit-Modell" geführt. In Umsetzung der rechtlichen Vorgaben liegt ihm die Trennung von Energie und Transport zugrunde. Das Entry-Exit-Modell ist ein Abrechnungssystem zur Vergütung von Energietransportleistungen.
Finanzielle Handelsgeschäfte
Finanzielle Handelsgeschäfte sind entgeltliche Handelsgeschäfte, die nicht dem physischen Ausgleich der Handelsware Gas dienen; Gegenstand dieser Geschäfte sind finanzielle Ausgleichszahlungen für Abweichungen vom ursprünglich festgelegten Preis.
Fossiler Brennstoff
fossilis (lat.): ausgegraben. Brennstoff, dessen Entstehung in der Erdgeschichte sehr weit zurückliegt, z. B. Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erdgas.
Fuelmaker
Mit dem Fuelmaker (= Langsambetankungsanlage) erfolgt die Betankung von Erdgasfahrzeugen - direkt über einen Kompressor - in sechs bis acht Stunden, zumeist nachts. Die Anlage kann überall dort installiert werden, wo ein Gasanschluss und ein 230 V-Stromanschluss vorhanden sind.
GABIGas
Grundmodell der Ausgleichsleistungen und Bilanzierungsregeln im deutschen Gasmarkt.
Gasbörse
Gasbörsen sind organisierte Märkte für Gas, die ähnlich einer Wertpapierbörse funktionieren. Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander und ermöglichen so den Abschluss von Verträgen zu marktgerechten Preisen.
Gasdruckregel- und -messanlage
Anlage im Rohrnetz zur Regelung des Gasdrucks bzw. zur Messung der Gasmenge.
GasGVV
Die Gas GVV ersetzt für den Bereich Gaslieferung die bisher gegenüber „Tarifkunden" zwingend geltende AVBGasV.
Gasspürgerät
Instrument zum Aufspüren bestimmter Gase und in vielen Fällen mit der Angabe der Gaskonzentration. Ein Gasspürgerät ermöglicht das Auffinden von Lecks in Gasleitungen, -transportbehältern und -tanks.
Gastransport
Unter Gastransport versteht man die Fortleitung des Erdgases in gasförmiger oder flüssiger Form über große Distanzen.
Gasverteilung
Die Verteilung des Gases in Verteilstationen und an Netzanschlüsse über ein Verteilungsnetz. Das Gasverteilungsnetz befindet sich in Deutschland weitgehend in der Hand von rd. 700 Stadtwerken.
GeLi Gas
GeLi Gas abgekürzt: Geschäftsprozesse Lieferantenwechsel Gas. Festlegung der Prozesse und des zugehörigen elektronischen Datenaustauschs im Zusammenhang mit dem Lieferantenwechsel bei der leitungsgebundenen Versorgung mit Gas durch die Bundesnetzagentur.
Gigawattstunde
= 1000 MWh oder 1 Mio. kWh
Grundversorgung
Grundversorgung bedeutet die Belieferung von Haushalten mit Energie über
Energieversorgung der allgemeinen Versorgung unter Beachtung der allgemeinen Bedingungen und allgemeinen Preise.
GWB
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, die Zentralnorm des deutschen Kartellrechts und Wettbewerbsrechts.
Heizwert
Als Heizwert von Brennstoffen bezeichnet man die Wärme, die bei vollständiger Verbrennung frei wird, ohne dabei die im Wasserdampf der Abgase enthaltene Wärmemenge zu berücksichtigen.
Joule
Wärmeeinheit, mit der die Wärmemenge ausgedrückt wird. Offiziell wird die Einheit Joule seit dem 1.1.1978 anstelle von Kalorie (cal) verwendet. 1 kJ = 0,2388 kcal bzw. 1 kcal = 4.1868 kJ.
Kalorie
Wärmeeinheit, mit der die Wärmemenge ausgedrückt wird. Eine Kilokalorie (1 kcal) ist die Wärmemenge, die erforderlich ist, um 1 kg Wasser von14,5°C auf 15,5°C zu erwärmen. Offiziell wurde die Einheit Kalorie seit dem 1.1.1978 durch die Einheit Joule ersetzt.
Kaverne
Natürliche oder künstlich geschaffene unterirdische Hohlräume, in denen Erdgas, Rohöl und Mineralölprodukte gelagert werden.
Kilowattstunde
Einheit für den Verbrauch elektrischer Energie. 1 Kilowattstunde (kWh) = 3.600 kJ.
Klimakonferenz
Findet seit 1992 jährlich statt. Diskussionsthema ist vorrangig der Treibhauseffekt und allgemein die Entstehung und Folgen der Klimaveränderungen, die durch den Menschen verursacht werden.
Kooperationsvereinbarung
Grundlage der operativen Umsetzungsschritte des Netzzugangs ist die Kooperationsvereinbarung. Die Kooperationsvereinbarung regelt die Zusammenarbeit der Netzbetreiber zur Umsetzung des neuen Netzzugangsmodells. Die alle mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2007 geschlossenen Verträge sind vollständig auf die Zweivertragsvariante der Kooperationsvereinbarung ausgerichtet.
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme. Kraft-Wärme-Maschinen erzeugen aus einem flüssigen oder gasförmigen Brennstoff mechanische Energie und wandeln diese in einem Generator in Strom um. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Beheizung, als Prozesswärme oder zu Kühlzwecken genutzt. Der verwendete Brennstoff wird bei der Kraft-Wärme-Kopplung wesentlich effektiver ausgenutzt als bei der getrennten Erzeugung.
LNG
LNG ist die Abkürzung für Liquefied Natural Gas, was verflüssigtes Erdgas bedeutet.
Mikro-BHKW
Auf den Bedarf von Ein- und Zweifamilienhäusern abgestimmtes kleines Blockheizkraftwerk. Es kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz.
Nachhaltigkeit
Unter Nachhaltigkeit (auch: Sustainability) im Sinne der Energiepolitik versteht man den schonenden Umgang mit erschöpfbaren Energieträgern wie Kohle oder Öl. Der Verbrauch dieser Energieträger führt dazu, dass sie späteren Generationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Eine nachhaltige Energiepolitik fördert daher den Einsatz erneuerbarer Energieträger.
Netzanschluss / Netzzugang / Netzentgelte
Der Netzanschluss ist die physische Verbindung der Kundenanlage mit dem Netz und damit Voraussetzung jeglicher Netznutzung durch Ein- und Ausspeisung, die mit dem Begriff Netzzugang gemeint ist. Netzanschluss und Netzzugang sind strikt voneinander zu trennen. Wichtiger Bestandteil des EnWG ist der Übergang vom verhandelten zum regulierten Netzzugang. Seitdem unterliegen Gasnetzentgelte grundsätzlich der Pflicht zur vorherigen Genehmigung durch die Bundesnetzagentur oder die Landesregulierungsbehörden. Der Netzzugang erfolgt auf der Grundlage veröffentlichter und genehmigter Tarife.
Netzanschlussvertrag
Der Netzanschlussvertrag ist ein Vertrag zwischen Anschlussnehmer und Netzbetreiber. Der Anschlussnehmer ist der Eigentümer eines Objektes (z. B. eines Hauses bzw. Grundstücks), das an das Netz des Netzbetreibers angeschlossen ist. Der Netzanschlussvertrag regelt nicht die Belieferung des Anschlussnehmers mit Gas.
Netzkunde/Gashändler
Unternehmen unabhängig von seiner Rechtsform, das die Netze der EWB für den Transport von Erdgas in Anspruch nehmen will.
Niedertemperaturtechnik (NT-Technik)
Bei Heizgeräten mit Niedertemperaturtechnik wird das Kesselwasser nicht dauernd auf einer hohen Temperatur gehalten, sondern durch automatische Anpassung nur die Wärme erzeugt, die tatsächlich benötigt wird.
OTC-Handel
Der „Over-the-Counter-Handel" stellt den klassischen Marktplatz für Energiehändler dar.
Pellet
1. Holz-Pellet: Holzpellets werden aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl, Hobelspäne, Waldrestholz) hergestellt. Sie werden ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck gepresst und haben einen Heizwert von ca. 5 kWh/kg. In Pelletheizungen können auch Torfpellets, Strohpellets oder Restwertpellets aus Abfällen von Getreidemühlen verbrannt werden.
2. Uran-Pellet: Presstablette, die sich in den Brennstäben von Druckwasser- und Siedewasserreaktoren befindet. Sie besteht aus Uranoxid oder Uran-Plutonium-Mischoxid.
Photovoltaik
Sammelbegriff für alle Verfahren, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Dazu gehören beispielsweise Solarzellen.
Physische Handelsgeschäfte
Geschäfte, die auf den tatsächlichen Leistungsaustausch (z. B. Gas gegen Entgelt) gerichtet sind.
Pipeline
Rohrleitung zum Transport von verschiedenen gasförmigen oder flüssigen Transportgütern, etwa Erdöl oder Erdgas.
Portfolio
Portfolio bezeichnet die Zusammenfassung von Handelsprodukten bzw. -verträgen (in der Energiewirtschaft insbesondere Bezugs- und Lieferverträge sowie Terminkontrakte) unter Berücksichtigung der verschiedenen Spezifikationen und Laufzeiten.
Portfolio Management
Portfolio Management umfasst alle Tätigkeiten, die der Erfassung, Analyse, energiewirtschaftlichen und kostenorientierten Optimierung des Portfolios dienen. Ziel ist dabei die Deckung des gesamten Energiebedarfs durch Kombination verschiedener Bezugsquellen unter Ausnutzung von Preisvorteilen im Vergleich zu einem Vollversorgungsvertrag.
Privatisierung
Verkauf staatlicher und kommunaler Unternehmensbeteiligungen.
Primärenergie
In der Natur vorkommende Rohstoffe zur Energiegewinnung, z. B. fossile Brennstoffe, Wasser- und Windkraft, Sonnenenergie.
Profit Center
Das Profitcenter ist ein organisatorischer Teil eines Unternehmens, für den ein eigener Periodenerfolg ermittelt wird. Das Profitcenter kann auch aus einer Spartenorganisation heraus entstehen. Verantwortung und Entscheidungsbefugnis für die Produktgruppen werden im hohen Maße den Spartenleitern übertragen. Die Sparten werden so zu relativ selbstständigen Einheiten. Die Spartenleiter planen ihre Geschäfte innerhalb eines vorgegebenen Handlungsspielraums selbst. Es wird für jede Sparte ein eigener Gewinn ermittelt und zur Beurteilung und Steuerung der Sparte herangezogen.
Public-Private-Partnership
Unter Public-Private-Partnership wird die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kommunen bzw. kommunalen Einrichtungen und privaten Unternehmen verstanden. Diese Kooperationsmodelle ermöglichen unter anderem eine effiziente Lösung von Ver- und Entsorgungsaufgaben.
Quersubventionierung
Öffentliche Unternehmen (z. B. Stadtwerke), die verschiedene Produktbereiche anbieten, haben die Möglichkeit, Gewinne in einzelnen Produktbereichen (z. B. der Stromversorgung) dazu zu nutzen, die Preise in anderen Produktbereichen (z. B. Öffentlicher Nahverkehr) zu senken. Hierdurch subventionieren die Kunden des einen Produktes die Nutzer des anderen.
Querverbundunternehmen
Zusammenschluss mehrerer Aufgabenfelder der öffentlichen Daseinsvorsorge in einem Unternehmen, z. B. Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung.
Regulierungsbehörde
Eine Regulierungsbehörde ist eine staatliche wettbewerbspolitische Einrichtung. Die Aufgaben einer Regulierungsbehörde gehen in der Regel über die einer normalen Kartellbehörde hinaus; während letztere üblicherweise eine Ex-post-Kontrolle von Märkten betreiben, zeichnen sich Regulierungsbehörden oft durch Instrumente einer Ex-ante-Kontrolle aus, wie z. B. Preis- oder Produktgenehmigungen. Üblicherweise regulierte Märkte sind leitungs- oder netzgebundene Branchen, in denen der Aufbau paralleler Netze nicht gewünscht oder nicht sinnvoll ist. Typische Sektoren, in denen eine solche Regulierung stattfindet, sind Telekommunikations-, Post-, Eisenbahn-, Rundfunk-, Gas- und Strommärkte. Deutsche Regulierungsbehörde ist die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA).
Risikomanagement
Risikomanagement umfasst alle Tätigkeiten und Maßnahmen, die darauf abzielen Risiken, die aus unternehmerischen Handlungen resultieren, zu erkennen und zu begrenzen. Verlustgefahren werden systematisch erfasst und im Hinblick auf ihre mögliche Höhe und Wahrscheinlichkeit analysiert. Daraufhin können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, die das Ziel haben, die erkannten Risiken zu vermeiden oder zu minimieren. Die Notwendigkeit des Risikomanagements für Energieversorgungsunternehmen leitet sich u. a. aus dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) ab.
Rohrnetzüberprüfung
In regelmäßigen Abständen werden Gasversorgungsnetze auf mögliche Leckstellen hin überprüft. Mit Hilfe dieser Rohrnetzüberprüfungen werden mögliche Gefahrenquellen bei Gasleitungen aufgespürt. Die Rohrnetzüberprüfung von Gasleitungen erfolgt mit Hilfe hochempfindlicher Gasspür- und Gasmessgeräte.
Sekundärenergie
Energie, die aus der Förderung, Aufbereitung und Umwandlung von Primärenergie gewonnen wird, wie beispielsweise Elektrizität, Koks oder Fernwärme. Sekundärenergie ist die zweite Prozessstufe im Energiefluss von Primärenergie zu Nutzenergie.
Solarthermie
In der Solarthermie wird die thermische Energie der Sonnenstrahlung nutzbar gemacht. Von aktiver Nutzung spricht man dann, wenn entsprechend konstruierte Absorberflächen Sonnenwärme sammeln und diese mit Hilfe eines Mediums z. B. zu einem Wärmespeicher transportiert wird. Im Haushalt findet die Sonnenwärme vorwiegend zur Erwärmung von Wasser und der Raumluft bzw. den Räumen Verwendung. In der Industrie ist darüber hinaus noch die Umwandlung in chemische Energie, elektrische Energie und mechanische Energie anzutreffen.
Solarzelle
Photovoltaische Einheit, in der durch den inneren Photoeffekt Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie umgewandelt wird.
Sonnenkollektor
Vorrichtung, in der Sonnenstrahlung in thermische Energie umgewandelt wird und diese an ein Wärmeträgermedium weitergegeben wird.
Spotmarkt / Spothandel
Im Spothandel werden Transaktionen mit einem kurzfristigen Zeithorizont getätigt. Ein Spotmarkt ist ein Markt im börslichen Bereich, auf dem ein vereinbartes Geschäft, bestehend aus Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing), unmittelbar abgewickelt werden muss.
Synergie
Eine Synergie liegt vor, wenn durch die Zusammenführung von zwei Elementen ein Ergebnis erzielt werden kann, das größer ist als die Summe der Einzelergebnisse. Synergieeffekte lassen sich z. B. bei der Zusammenführung zweier Unternehmen, bei der Kombination zweier Produktionsverfahren oder bei der Koordination von Marktaktivitäten erzielen.
Take-or-Pay Contract
Take-or-Pay Contracts sind Vereinbarungen, die den Käufer zwingen, ein gehandeltes Produkt zu nehmen, den Bareinkaufpreis oder eine spezifizierte Menge zu zahlen, auch wenn das Produkt nicht genommen wird. Bezogen auf den Energiemarkt bedeutet dies, dass die Verpflichtung besteht, für eine bestimmte Menge Gas oder Strom zu bezahlen, unabhängig davon, ob diese Menge abgenommen wurde oder nicht
Temperaturabhängigkeit
Im Gasbereich ist im Winter eine deutliche Abhängigkeit des Tagesverbrauchs von der Tagestemperatur gegeben.
Terminhandel
Beim Terminhandel fallen Vertragsabschluss und Vertragserfüllung zeitlich weit auseinander.
Thermographie
Mit Hilfe der Thermographie können die Wärmeemission von Gegenständen, Maschinen, Häusern usw. und damit thermische Verluste z. B. im Bereich der Wärmedämmung von Gebäuden ermittelt werden. Durch wärmeempfindliche Sensoren und Infrarotkameras wird die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung sichtbar.
Trading Floor
Der räumliche Ort, an dem ein Handelsunternehmen seine Geschäfte ausübt, wird Trading Floor genannt. Er untergliedert sich in drei organisatorische Bereiche: Front Office, Middle Office und Back Office.
Transportkapazität
Die höchstmögliche Transportmenge Erdgas pro Stunde, Angabe in m³/h (Vn).
Transportleistung
Die der Nominierung folgende Wärmemenge Erdgas, die in einer Stunde transportiert wird.
Treibhauseffekt
In ein Treibhaus einstrahlendes Licht wird vom Boden und Pflanzen in langwelliges Infrarotlicht umgewandelt. Der Wiederaustritt dieses wärmeren Lichts wird durch das Glasdach erschwert, folglich erwärmt sich das Treibhaus. In der Erdatmosphäre bewirken die so genannten Treibhausgase, allen voran Kohlenstoffdioxid (CO2), einen ähnlichen Effekt. Sie sind Hauptursache für den atmosphärischen Treibhauseffekt. Deshalb soll ihr Ausstoß reduziert werden.
TSM-Überprüfung
Mit der TSM-Überprüfung wird Gasnetzbetreibern bestätigt, dass sie nach anerkannten Regeln der Technik arbeiten und die Aufbau- und Ablauforganisation für eine eindeutige Aufgabenzuordnung geschaffen haben.
Unbundling
Entflechtung: Die Herstellung der Unabhängigkeit zwischen verschiedenen Teilen eines Unternehmens aufgrund entsprechender gesetzlicher und/oder regulierungsbehördlicher Vorgaben. Entflechtungen können sowohl auf vertikaler als auch auf horizontaler Ebene vorgenommen werden. Der EU-Kommission geht es bei der Schaffung eines gemeinsamen Energiebinnenmarktes vor allem um den diskriminierungsfreien Netzzugang. Dafür sollen die Netze von den Vertriebs- und Erzeugungssparten unbundlet werden. Die verschiedenen Stufen des Unbundling sind: das Buchhalterische Unbundling (Trennung im Rahmen der internen Rechnungslegung); das Informatorische Unbundling (Trennung der Informationsflüsse bzw. Zugriffsrechte); das Operationelle Unbundling (Gliederung in Bereiche mit Entscheidungsbefugnissen); das Legal Unbundling (gesellschaftsrechtliche Separierung) und das Ownership Unbundling (eigentumsrechtliche Trennung, Konzern- bzw. Beteiligungsverbot).
Verbändevereinbarungen
Freiwillige Vereinbarungen der Netzbetreiber- und Netznutzerverbände im Strom- und Gasmarktbereich für die Liberalisierung des Energiemarktes. Sie wurden durch das novellierte EnWG im Juli 2005 abgelöst.
Verdichteranlagen
Anlagen, in denen Gase verdichtet werden, so z. B. für den Transport durch Rohrleitungen.
Verdichterstation
Punkte im Transportsystem für Erdgas, an denen Gasverdichter eingesetzt werden, um den Druckabfall auszugleichen.
Vertikale Integration
Zusammenfassen von Betrieben vor- und nachgelagerter Produktionsstufen eines Produktes unter einer einheitlichen Unternehmensführung. Im Gegensatz zu einer vertikalen Bindung geht die rechtliche Selbstständigkeit der Unternehmen verloren.
VKU
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt die Interessen der kommunalen Wirtschaft in den Bereichen Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung und Umweltschutz.
Volatilität
Spannbreite, in der Preise innerhalb eines bestimmen Zeitraums fallen oder steigen; Standardabweichung der täglichen Kursschwankungen.
Wärmeäquivalenz
Die Wärmeäquivalenz ist ein Umrechnungsverfahren, das Energieträger nach ihrem Wärmeinhalt (Heizwert) vergleichbar macht.
Wegenutzung / Konzessionsabgabe / Wegenutzungsverträge
Für die Verlegung und den Betrieb von Gasversorgungsleitungen und damit verbundener Anlagen sind die Netzbetreiber auf die Benutzung öffentlicher Verkehrswege der Gemeinden angewiesen. Gleichzeitig haben die Gemeinden ein erhebliches Interesse daran, für die Einräumung des Rechts auf Nutzung ihrer öffentlichen Verkehrswege ein möglichst hohes Entgelt zu erhalten. Diese so genannten Konzessionsabgaben sind seit Jahrzehnten eine erhebliche Einnahmequelle für die Gemeindehaushalte.
Zertifizierung für regenerative Energie
"Gütesiegel" für Strom aus umweltfreundlicher/regenerativer Produktion. Derartige Zertifizierungen werden von verschiedenen Institutionen vergeben (z. B. TÜV, Umweltbundesamt, Öko-Institut). Unterschieden wird beim Zertifikat zwischen einer teilweisen und vollständigen Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse).